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Fehlercode P0299 — Mitsubishi

Der Fehlercode P0299 bei Mitsubishi Fahrzeugen signalisiert, dass der Ladedruck des Turboladers oder Kompressors unter dem vom Motorsteuergerät erwarteten Sollwert liegt. Dies deutet auf eine unzureichende Aufladung des Motors hin, was zu Leistungsverlust führen kann.

Häufigste Ursache: Leckage im Ladeluftsystem (Schläuche/Rohre).

Lösung: oft selbst behebbar · Reparaturkosten ca. 50–1500 € · Dauer ca. 60–240 Min.

Aktualisiert am 29. Mai 2026 · Von Felix Wilhelm · Geprüft von Dr. Michael Berger, Senior Kfz-Techniker & Sachverständiger · Zuletzt fachlich überprüft: 29. Mai 2026
Auto – Symbolbild zur Diagnose und Reparatur bei Fehlercode P0299 (Mitsubishi)
Schwierigkeit
Mittel
Reparaturzeit
60–240 Min
DIY möglich?
Ja, mit Vorsicht
Kosten
50–1500 €

Was bedeutet Fehlercode P0299?

Der DTC P0299 wird gesetzt, wenn das Motorsteuergerät (ECU) über einen bestimmten Zeitraum feststellt, dass der tatsächlich gemessene Ladedruck des Turboladers oder Kompressors erheblich unter dem vom System berechneten oder gewünschten Wert liegt. Dies führt dazu, dass der Motor nicht die erwartete Luftmenge für die Verbrennung erhält, was einen Mangel an Motorleistung und eine mögliche "Notlauf"-Funktion (Limp Mode) zur Folge hat. Häufige Symptome sind ein deutlicher Leistungsverlust, besonders beim Beschleunigen, ein aufleuchten der Motorkontrollleuchte (MIL) und manchmal ungewöhnliche Geräusche aus dem Motorraum. Technisch kann dies auf Leckagen im Ladeluftsystem, eine Fehlfunktion der Ladedruckregelung oder einen Defekt des Turboladers selbst hindeuten.

Häufigste Ursachen

Sortiert nach Wahrscheinlichkeit — die häufigste Ursache zuerst.

  1. 40%

    Leckage im Ladeluftsystem (Schläuche/Rohre)

    Risse, Löcher oder lose Verbindungen in den Ladeluftschläuchen oder -rohren lassen Ladedruck entweichen, bevor er den Motor erreicht.

  2. 25%

    Defektes Ladedruckregelventil (N75-Ventil)

    Das N75-Ventil steuert den Wastegate-Aktuator des Turboladers. Eine Fehlfunktion kann dazu führen, dass der Ladedruck nicht korrekt aufgebaut wird.

  3. 15%

    Defekter Wastegate-Aktuator oder klemmendes Wastegate

    Der Wastegate-Aktuator steuert die Abgasmenge, die am Turbinenrad vorbeigeleitet wird. Ein Defekt kann dazu führen, dass zu viel Abgas umgeleitet wird und der Ladedruck nicht ausreicht.

  4. 5%

    Verstopfter Luftfilter oder Ansaugtrakt

    Ein stark verschmutzter Luftfilter oder eine Verstopfung im Ansaugtrakt kann die Luftzufuhr zum Turbolader behindern und somit den Ladedruck reduzieren.

  5. 5%

    Defekter Turbolader/Kompressor

    Verschlissene Lager, beschädigte Schaufelräder oder andere interne Defekte am Lader selbst können zu unzureichendem Ladedruck führen.

  6. 5%

    Verstopfter Katalysator oder Partikelfilter

    Ein verstopftes Abgassystem erhöht den Abgasgegendruck, was die Effizienz des Turboladers stark beeinträchtigt und den Ladedruck reduziert.

  7. 5%

    Defekter Ladedrucksensor (MAP-Sensor)

    Ein fehlerhafter Sensor kann falsche Ladedruckwerte an das Steuergerät übermitteln, was zu einer inkorrekten Regelung führt.

Schritt-für-Schritt-Lösung

  1. 1

    Sichtprüfung des Ladeluftsystems

    Überprüfen Sie alle Ladeluftschläuche und -rohre auf Risse, Löcher, Scheuerstellen oder lose Klemmen. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Verbindungen am Turbolader, Ladeluftkühler und der Drosselklappe. Beschädigte Teile ersetzen und lose Klemmen festziehen.

  2. 2

    Funktion des Ladedruckregelventils (N75) prüfen

    Lokalisieren Sie das N75-Ventil (meist in der Nähe des Turboladers) und prüfen Sie dessen elektrische Verbindung und die angeschlossenen Unterdruckschläuche auf Dichtheit. Mit einem Multimeter können Sie Widerstandswerte prüfen oder das Ventil mit einem Diagnosetool ansteuern, um die Funktion zu überprüfen. Ein Defekt erfordert den Austausch des Ventils.

  3. 3

    Wastegate-Aktuator und Gestänge prüfen

    Kontrollieren Sie den Wastegate-Aktuator und das Gestänge auf Gängigkeit. Das Gestänge sollte sich leicht bewegen lassen. Bei festgerostetem oder klemmendem Gestänge versuchen Sie, es gängig zu machen. Ein defekter Aktuator muss ersetzt werden, oft ist dieser direkt am Turbolader befestigt.

  4. 4

    Luftfilter und Ansaugtrakt inspizieren

    Entfernen Sie den Luftfilter und prüfen Sie ihn auf starke Verschmutzung. Ein verstopfter Filter muss ersetzt werden. Prüfen Sie auch den Ansaugtrakt vor dem Turbolader auf Fremdkörper oder Verstopfungen.

  5. 5

    Ladedrucksensor (MAP-Sensor) prüfen

    Überprüfen Sie den MAP-Sensor (Manifold Absolute Pressure Sensor) auf Verschmutzung oder Beschädigung. Er kann vorsichtig gereinigt werden. Bei Verdacht auf Defekt kann der Sensor mit einem OBD-II-Scanner ausgelesen und die Messwerte mit den Sollwerten verglichen werden. Gegebenenfalls muss er ersetzt werden.

  6. 6

    Professionelle Diagnose des Turboladers und Abgassystems

    Sollten die vorherigen Schritte das Problem nicht beheben, ist eine detailliertere Untersuchung des Turboladers (Axialspiel, Beschädigungen der Schaufeln) und des Abgassystems (Rückstauprüfung bei verstopftem Kat/DPF) durch einen Fachmann erforderlich.

Wann zur Werkstatt / zum Techniker?

Sollten die grundlegenden DIY-Prüfungen und einfachen Reparaturen das Problem nicht beheben, oder wenn Sie sich bei der Diagnose des Turboladers oder des Abgassystems unsicher fühlen, ist der Gang zur Fachwerkstatt ratsam. Eine professionelle Diagnose mit Spezialwerkzeugen kann komplexe Probleme wie defekte Turbolader oder verstopfte Katalysatoren zuverlässig identifizieren und beheben.

Betroffene Modelle

ModellBaujahreHäufigkeit
Mitsubishi Lancer (Turbo-Modelle)2008-2017mittel
Mitsubishi Outlander (Turbo-Diesel)2007-2015mittel
Mitsubishi ASX (Turbo-Diesel)2010-2018gelegentlich
Mitsubishi Pajero / Shogun (Turbo-Diesel)2006-2020mittel

Ersatzteile & Kosten

TeilPreisspanneHinweis
Ladeluftschläuche / Schellen20–200 €Je nach betroffenem Schlauch und Qualität
Ladedruckregelventil (N75)50–150 €OEM oder Markenhersteller
Luftfilter15–40 €Regulärer Wechselintervall beachten
Ladedrucksensor (MAP-Sensor)40–120 €Qualitätsprodukt empfohlen
Wastegate-Aktuator100–300 €Oft spezifisch für Turbomodell

Benötigtes Werkzeug

  • OBD-II-Scanner
  • Schraubendreher-Set
  • Steckschlüsselsatz
  • Zangen-Set
  • Taschenlampe
  • Multimeter (optional)
  • Unterdruckpumpe (optional)

So vermeiden Sie P0299 künftig

  • Regelmäßiger Ölwechsel mit hochwertigem Motoröl gemäß Herstellerangaben, um den Turbolader zu schützen.
  • Einhaltung der Wartungsintervalle für den Luftfilter, um eine ausreichende Luftzufuhr zu gewährleisten.
  • Nach längeren Fahrten unter Last den Motor vor dem Abstellen kurz im Leerlauf laufen lassen, damit der Turbolader abkühlen kann.
  • Regelmäßige Sichtprüfung der Ladeluftschläuche auf Beschädigungen.

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Häufige Fragen zu P0299

Kann ich mit dem Fehlercode P0299 weiterfahren?

Kurzstreckenfahrten sind in der Regel möglich, da das Fahrzeug oft in einen Notlaufmodus geht. Sie sollten jedoch so schnell wie möglich die Ursache beheben lassen, um Folgeschäden am Motor oder Turbolader zu vermeiden und die volle Leistung wiederherzustellen. Längere Fahrten mit verminderter Leistung und potenziell falschem Gemisch können schädlich sein.

Welche Symptome sind typisch für P0299?

Typische Symptome sind ein deutlicher Leistungsverlust, insbesondere beim Beschleunigen, eine aufleuchtende Motorkontrollleuchte (MIL), möglicherweise ein Zischen oder Pfeifen aus dem Motorraum, wenn ein Ladeluftleck vorliegt, und unter Umständen ein erhöhter Kraftstoffverbrauch.

Wie kann ich feststellen, ob der Turbolader selbst defekt ist?

Ein defekter Turbolader äußert sich oft durch starkes Pfeifen oder Schleifgeräusche, blauen oder weißen Rauch aus dem Auspuff und erheblichen Ölverbrauch. Bei der Sichtprüfung kann auch ein deutliches Spiel an der Turbinenwelle festgestellt werden. Eine genaue Diagnose erfordert jedoch meist Fachkenntnisse und spezialisierte Werkzeuge.

Ist ein P0299 immer teuer in der Reparatur?

Nicht unbedingt. Die Kosten variieren stark. Ein einfacher Riss im Ladeluftschlauch oder ein defektes N75-Ventil können relativ günstig behoben werden. Ein defekter Turbolader oder ein verstopfter Katalysator hingegen sind in der Regel kostspieligere Reparaturen.