Bi-Directional Control
Diagnose-Funktion, mit der das Scan-Tool aktiv Stellglieder ansteuert — Drosselklappe, Magnetventile, Lüfter — um deren Funktion zu testen.
Bi-Directional Control (oder Bidirektionale Steuerung, Aktortest) ist ein fortgeschrittenes Diagnose-Werkzeug, das nicht jeder OBD-II-Scanner beherrscht. Während Live-Daten nur Sensorwerte lesen, kann das Scan-Tool hier aktiv Befehle an das Motorsteuergerät schicken, das daraufhin Stellglieder ansteuert.
Typische Anwendungen: AGR-Ventil öffnen/schließen — sieht man Bewegung im MAP-Sensor? Kraftstoffpumpe einzeln ansteuern — Druckaufbau messen. Lüfter einzeln einschalten. Magnetventile testen. Zündspulen einzeln ansteuern (Cylinder-Cut-Out-Test). Drosselklappe pneumatisch öffnen/schließen.
Vorteil gegenüber passiven Live-Daten: Man entkoppelt die Sensorik von der Aktorik und kann genauer eingrenzen, ob ein Defekt im Sensor, im Stellglied oder in der Verkabelung liegt. Bei P0401 (AGR-Durchfluss zu gering) lässt sich z.B. mit Aktortest feststellen, ob das AGR-Ventil überhaupt mechanisch öffnet.
Standard-OBD-II-Scanner können nur Standard-PIDs lesen — Aktortests sind herstellerspezifisch und erfordern VCDS, INPA/ISTA, Launch X431, Autel MaxiSys oder vergleichbare Profi-Tools.
Auch bekannt als
- Aktortest
- Bidirektionale Steuerung
Beispiele
- Aktortest AGR-Ventil: bei Stellung 30 % muss MAP-Druck um ~50 hPa sinken — sinkt nichts, AGR-Ventil mechanisch fest.
- Cylinder-Cut-Out-Test: bei Abschaltung von Zylinder 3 muss RPM um ~150 sinken — sinkt es nicht, Zylinder hat sowieso Aussetzer.