Brennwerttechnik
Heizungstechnik, die die im Abgas enthaltene Wärme durch Kondensation nutzt — Wirkungsgrad bis 110 % (auf den Heizwert bezogen).
Bei der Verbrennung von Erdgas oder Heizöl entsteht Wasserdampf im Abgas. Eine klassische Niedertemperatur-Heizung leitet diesen Dampf ungenutzt durch den Schornstein. Eine **Brennwertheizung** dagegen kühlt das Abgas im Wärmetauscher so weit ab, dass der Dampf kondensiert — die dabei freiwerdende „latente Wärme" wird zusätzlich genutzt.
Dadurch erreichen Brennwertkessel Wirkungsgrade von 95-98 % (bezogen auf den Brennwert) oder 105-110 % (bezogen auf den Heizwert — daher die paradoxe „über 100 %"-Angabe). In der Praxis spart das 15-30 % Energie gegenüber alten Kesseln.
Wichtig: Brennwerttechnik funktioniert nur bei niedrigen Rücklauftemperaturen (unter 50-55 °C). Bei alten Heizkörpern mit hoher Vorlauftemperatur kondensiert das Abgas nicht — der Wirkungsgrad sinkt drastisch. Daher: hydraulischer Abgleich, Niedertemperatur-Heizkörper oder Flächenheizung sind Voraussetzung.
Auch bekannt als
- Brennwertkessel
- Kondensationskessel
Beispiele
- Eine Vaillant ecoTEC plus mit korrekter Heizkurve und Abgleich erreicht 95 % Jahresnutzungsgrad.
- Wer einen Brennwertkessel mit nicht angepasstem Heizsystem betreibt, verschenkt die Hälfte des Effizienz-Gewinns.