Kompressionsmessung
Messung des maximalen Kompressionsdrucks pro Zylinder — zentraler Diagnose-Schritt bei Leistungs- oder Lauf-Problemen.
Bei der Kompressionsmessung wird in jeden Zylinder einzeln ein Manometer geschraubt (anstelle der Zündkerze), der Motor mit dem Anlasser durchgedreht und der maximale Druck protokolliert. Vergleichswert zwischen den Zylindern und absolute Höhe geben Aufschluss über den mechanischen Zustand.
Sollwerte Benziner: 10-14 bar bei warmem Motor. Diesel: 25-35 bar. Wichtiger als der absolute Wert ist die Abweichung zwischen den Zylindern — bei mehr als 1-2 bar Unterschied liegt ein Problem vor (verschlissene Kolbenringe, undichte Ventile, Zylinderkopfdichtung).
Vorbereitung: Motor warm fahren, Zündkerzen alle raus, Kraftstoff-Pumpen-Relais ziehen (kein Spritzen), Drosselklappe voll auf. Mehrere Messungen pro Zylinder, Mittelwert.
Differential-Diagnose mit Öl-Test: Bei niedrigem Wert in einem Zylinder einen Spritzer Motoröl ins Zündkerzenloch geben, erneut messen. Steigt der Druck deutlich = Kolbenringe verschlissen (Öl dichtet ab). Bleibt der Druck niedrig = undichte Ventile oder Zylinderkopfdichtung.
Verlustleistungs-Test (Cylinder Leakage Test): Genauere Diagnose, Druckluft wird in den verdichteten Zylinder gepumpt, Verlust in % gemessen. Bei >20 % Verlust: Problem. Aus dem Auspuff entweichende Luft = Auslassventil, aus dem Ansaugkrümmer = Einlassventil, aus dem Öleinfüllstutzen = Kolbenringe, aus dem Kühlwasser-Behälter = Zylinderkopfdichtung.
Auch bekannt als
- Druckmessung Zylinder
- Compression Test
Beispiele
- BMW N52 mit Aussetzer auf Zyl 3: Kompression 8/12/14/13/12/14 — Zyl 1 schwach, Endoskopie zeigt verbranntes Auslassventil.
- Diesel-Werkstatt-Diagnose vor Kauf: alle Zyl 32 bar ±0,5 = mechanisch top.