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Fehlercode P0238 — Renault

Der Fehlercode P0238 bei Renault deutet auf ein zu hohes Signal im Stromkreis des Ladedrucksensors A hin. Dies bedeutet, dass das Motorsteuergerät einen unplausibel hohen Ladedruckwert registriert, was auf einen elektrischen Fehler im Sensor oder Kabelbaum, oder tatsächlich auf einen mechanisch zu hohen Ladedruck hinweisen kann.

Häufigste Ursache: Defekter Ladedrucksensor (MAP-Sensor).

Lösung: oft selbst behebbar · Reparaturkosten ca. 80–600 € · Dauer ca. 60–240 Min.

Aktualisiert am 29. Mai 2026 · Von Felix Wilhelm · Geprüft von Dr. Michael Berger, Senior Kfz-Techniker & Sachverständiger · Zuletzt fachlich überprüft: 29. Mai 2026
Auto – Symbolbild zur Diagnose und Reparatur bei Fehlercode P0238 (Renault)
Schwierigkeit
Mittel
Reparaturzeit
60–240 Min
DIY möglich?
Ja, mit Vorsicht
Kosten
80–600 €

Was bedeutet Fehlercode P0238?

Der Fehlercode P0238 im Kontext eines Renault-Fahrzeugs signalisiert eine fehlerhafte Messung oder einen fehlerhaften Schaltkreis des Ladedrucksensors "A", der einen überhöhten Spannungswert an das Motorsteuergerät (ECU) liefert. Dieser Sensor, oft auch als MAP-Sensor (Manifold Absolute Pressure) bezeichnet, ist entscheidend für die korrekte Berechnung der Kraftstoffeinspritzung und Zündung, insbesondere bei turbo- oder kompressorgeladenen Motoren. Ein zu hohes Signal kann bedeuten, dass der Sensor selbst defekt ist, eine Kurzschluss nach Plus in der Verkabelung vorliegt oder tatsächlich ein zu hoher Ladedruck im Ansaugsystem herrscht. Ein zu hoher Ladedruck kann durch ein klemmendes Wastegate-Ventil, eine defekte Ladedruckregelung oder andere Probleme im Turboladersystem verursacht werden. Symptome können ein spürbarer Leistungsverlust, Notlauf des Motors, ruckelndes Fahrverhalten, erhöhter Kraftstoffverbrauch und das Aufleuchten der Motorkontrollleuchte sein. Ignorieren dieses Codes kann langfristig zu Schäden am Turbolader, Motor oder Katalysator führen, da das Gemisch nicht korrekt eingestellt wird und der Motor unter übermäßiger Belastung läuft. Eine präzise Diagnose ist unerlässlich, um die genaue Ursache zu ermitteln und teure Folgeschäden zu vermeiden.

Häufigste Ursachen

Sortiert nach Wahrscheinlichkeit — die häufigste Ursache zuerst.

  1. 40%

    Defekter Ladedrucksensor (MAP-Sensor)

    Der Sensor liefert fehlerhafte, zu hohe Spannungswerte an das Motorsteuergerät, obwohl der tatsächliche Ladedruck normal ist.

  2. 25%

    Kurzschluss nach Plus im Sensorkabelbaum

    Eine Beschädigung der Verkabelung führt dazu, dass der Sensor eine zu hohe Spannung empfängt oder sendet, was als zu hoher Ladedruck interpretiert wird.

  3. 15%

    Fehlerhafte oder klemmende Ladedruckregelung (Wastegate/VTG)

    Das Wastegate-Ventil (bei Wastegate-Ladern) oder die Verstellung der variablen Turbinengeometrie (bei VTG-Ladern) klemmt in einer Position, die einen zu hohen Ladedruck erzeugt.

  4. 10%

    Verstopfter Katalysator oder Dieselpartikelfilter (DPF)

    Ein hoher Abgasgegendruck vor dem Turbolader kann dazu führen, dass der Turbolader überdreht und einen zu hohen Ladedruck erzeugt.

  5. 5%

    Defektes Motorsteuergerät (ECU)

    Obwohl selten, kann ein internes Problem im Motorsteuergerät dazu führen, dass Sensorwerte falsch interpretiert oder falsche Referenzspannungen gesendet werden.

  6. 5%

    Undichte Ladeluftschläuche (in bestimmten Szenarien)

    Kann je nach Systemdesign und Leckageposition zu unplausiblen Druckwerten führen, oft eher in Richtung Unterdruck, aber eine Fehlinterpretation ist möglich.

Schritt-für-Schritt-Lösung

  1. 1

    Fehlercode auslesen und einfrieren

    Verwenden Sie einen OBD-II-Scanner, um den Fehlercode P0238 zu bestätigen und die Freeze Frame-Daten zu überprüfen. Diese Daten geben Aufschluss über die Motorparameter zum Zeitpunkt des Auftretens des Fehlers und können wichtige Hinweise zur Diagnose liefern.

  2. 2

    Sichtprüfung des Ladedrucksensors und der Verkabelung

    Lokalisieren Sie den Ladedrucksensor (oft am Ansaugkrümmer oder im Ladeluftsystem). Überprüfen Sie den Sensor und seinen Stecker auf sichtbare Beschädigungen, Korrosion, lockere Verbindungen oder Anzeichen von Marderbissen. Folgen Sie dem Kabelbaum so weit wie möglich, um Scheuerstellen oder Kurzschlüsse zu identifizieren.

  3. 3

    Messung des Ladedrucksensors mit Multimeter

    Trennen Sie den Stecker vom Sensor. Messen Sie bei eingeschalteter Zündung (Motor aus) die Referenzspannung (meist 5V) und die Masse am Stecker. Prüfen Sie dann den Widerstand des Sensors selbst (falls möglich, spezifische Werte im Werkstatthandbuch nachschlagen). Bei laufendem Motor kann die Ausgangsspannung des Sensors gemessen werden, die sich mit dem Ladedruck ändern sollte (am besten mit Oszilloskop oder einem Scanner, der Live-Daten anzeigt).

  4. 4

    Überprüfung des Ladeluftsystems und Turboladers

    Prüfen Sie alle Ladeluftschläuche und -rohre auf Risse, Löcher oder lose Schellen. Stellen Sie sicher, dass das Wastegate-Ventil (oder die VTG-Verstellung) leichtgängig ist und korrekt angesteuert wird (per Vakuumpumpe oder Stellgliedtest). Eine manuelle Prüfung der Turbinenwelle auf Spiel kann ebenfalls Aufschluss geben, ob der Turbolader selbst ein Problem hat.

  5. 5

    Ladedrucksensor austauschen

    Wenn die Prüfungen auf einen defekten Sensor hindeuten, ersetzen Sie ihn durch ein qualitativ hochwertiges Ersatzteil. Achten Sie auf die korrekte Montage und Dichtigkeit. Nach dem Austausch den Fehlerspeicher löschen und eine Probefahrt durchführen, um die Funktion zu überprüfen.

  6. 6

    Überprüfung des Abgassystems

    Sollten alle anderen Ursachen ausgeschlossen sein und der Verdacht auf einen zu hohen Ladedruck bestehen, prüfen Sie den Abgasgegendruck vor dem Katalysator/DPF. Ein zu hoher Gegendruck kann ein Zeichen für eine Verstopfung sein, die den Ladedruck beeinflusst.

Wann zur Werkstatt / zum Techniker?

Wenn die Fehlersuche komplex wird, Sie keine offensichtliche Ursache finden oder die Symptome auf einen mechanischen Defekt am Turbolader hindeuten, sollten Sie eine Fachwerkstatt aufsuchen. Auch bei wiederholtem Auftreten des Fehlers nach DIY-Reparaturen ist professionelle Hilfe ratsam, um Folgeschäden zu vermeiden.

Betroffene Modelle

ModellBaujahreHäufigkeit
Renault Clio (Turbomotoren)2006-heutemittel
Renault Megane (Turbomotoren)2008-heutemittel
Renault Scenic (Turbomotoren)2009-heutemittel
Renault Laguna (Turbomotoren)2007-2015mittel
Renault Espace (Turbomotoren)2006-heutegering

Ersatzteile & Kosten

TeilPreisspanneHinweis
Ladedrucksensor (MAP-Sensor)50–250 €Originalteil oder namhafter Zulieferer (z.B. Bosch, Hella)
Kabelreparatur-Set10–50 €Falls Kabel beschädigt sind
Dichtungen5–20 €Für den Sensor, falls erforderlich

Benötigtes Werkzeug

  • OBD-II-Scanner
  • Multimeter
  • Steckschlüsselsatz
  • Torx-Schlüssel
  • Vakuumpumpe
  • Reinigungsmittel für Elektrik

So vermeiden Sie P0238 künftig

  • Regelmäßige Wartung und Ölwechsel
  • Sichtprüfung von Schläuchen und Kabeln
  • Fahrweise anpassen

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Häufige Fragen zu P0238

Kann ich mit dem Fehlercode P0238 noch fahren?

Es wird dringend davon abgeraten, längere Strecken oder mit hoher Last zu fahren. Der Motor kann in den Notlauf gehen, die Leistung reduzieren oder, im schlimmsten Fall, schwerwiegende Schäden am Turbolader oder Motor erleiden, wenn tatsächlich ein zu hoher Ladedruck anliegt. Lassen Sie den Fehler umgehend diagnostizieren und beheben.

Was ist der Ladedrucksensor und welche Funktion hat er?

Der Ladedrucksensor, auch MAP-Sensor genannt, misst den absoluten Druck im Ansaugkrümmer nach dem Turbolader. Diese Information ist entscheidend für das Motorsteuergerät, um die richtige Menge Kraftstoff einzuspritzen und den Zündzeitpunkt einzustellen. Er hilft, das optimale Gemisch für Leistung und Emissionen zu gewährleisten und den Turbolader vor Überdruck zu schützen.

Wie teuer ist die Reparatur des Ladedrucksensors bei Renault in der Werkstatt?

Die Kosten für den Austausch eines Ladedrucksensors in einer Werkstatt variieren, liegen aber meist zwischen 150 und 400 Euro. Darin sind die Kosten für das Ersatzteil (50-250 Euro) und etwa 1-2 Stunden Arbeitszeit enthalten. Wenn jedoch weitere Probleme wie ein defekter Turbolader oder Ladeluftkühler die Ursache sind, können die Kosten deutlich höher ausfallen.

Kann der Fehler P0238 auch von einem defekten Turbolader kommen?

Ja, der Fehlercode P0238 kann durchaus indirekt durch einen defekten Turbolader oder dessen Ansteuerung verursacht werden. Wenn beispielsweise das Wastegate-Ventil klemmt und den Ladedruck nicht mehr korrekt regelt, kann es zu einem tatsächlichen Überdruck im Ansaugsystem kommen, der dann vom Ladedrucksensor korrekt erfasst und als 'zu hoch' gemeldet wird.