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Fehlercode P0172 — Nissan

Der Fehlercode P0172 bei Nissan-Fahrzeugen weist darauf hin, dass das Motorsteuergerät (ECM) ein zu fettes Gemisch auf der ersten Zylinderbank (Bank 1) registriert hat. Dies bedeutet, dass im Verhältnis zum Luftvolumen zu viel Kraftstoff in die Verbrennung eingespritzt wird. Es kann zu Leistungsverlust, erhöhtem Kraftstoffverbrauch und erhöhten Abgasemissionen führen.

Von Felix Wilhelm · Geprüft von Dr. Michael Berger, Senior Kfz-Techniker & Sachverständiger · Zuletzt überprüft: 29. Mai 2026
Auto – Symbolbild zur Diagnose und Reparatur bei Fehlercode P0172 (Nissan)
Schwierigkeit
Mittel
Reparaturzeit
45–240 Min
DIY möglich?
Ja, mit Vorsicht
Kosten
60–500 €

Was bedeutet Fehlercode P0172?

Der Fehlercode P0172 steht für "System Too Rich (Bank 1)" und zeigt an, dass die Lambdasonde vor dem Katalysator ein Signal an das ECM sendet, welches auf einen Überschuss an Kraftstoff im Abgas hinweist. Das ECM versucht, dies durch Anpassung der Kraftstofftrimms (Short Term Fuel Trim und Long Term Fuel Trim) zu korrigieren. Wenn die Korrekturwerte ihre Grenzwerte erreichen und das Gemisch weiterhin als zu fett erkannt wird, wird der P0172-Code gesetzt und die Motorkontrollleuchte (MIL) aktiviert. Mögliche Symptome sind ein rauer Motorlauf, verminderte Beschleunigung, erhöhter Kraftstoffverbrauch, ein starker Benzingeruch aus dem Auspuff oder sogar schwarzer Rauch aus dem Auspuff. Langfristig kann ein zu fettes Gemisch den Katalysator beschädigen, da unverbrannter Kraftstoff in diesen gelangt und dort verbrennt, was zu Überhitzung und Zerstörung führen kann.

Häufigste Ursachen

Sortiert nach Wahrscheinlichkeit — die häufigste Ursache zuerst.

  1. 40%

    Defekte Lambdasonde (vor Katalysator)

    Eine fehlerhafte oder träge Lambdasonde kann falsche Werte über den Sauerstoffgehalt im Abgas liefern, was das Motorsteuergerät dazu veranlasst, mehr Kraftstoff einzuspritzen.

  2. 25%

    Defekter Luftmassenmesser (LMM)

    Ein fehlerhafter LMM kann dem Motorsteuergerät einen zu hohen Luftdurchsatz melden, woraufhin dieses fälschlicherweise mehr Kraftstoff einspritzt.

  3. 15%

    Undichte/tropfende Einspritzdüsen

    Wenn Einspritzdüsen nicht richtig schließen oder verstopft sind und dadurch permanent Kraftstoff nachtropfen, entsteht ein zu fettes Gemisch.

  4. 10%

    Zu hoher Kraftstoffdruck (defekter Kraftstoffdruckregler)

    Ein defekter Kraftstoffdruckregler kann den Kraftstoffdruck im System zu hoch halten, was dazu führt, dass die Einspritzdüsen bei gleicher Öffnungszeit zu viel Kraftstoff liefern.

  5. 5%

    Verstopfter Luftfilter

    Ein stark verstopfter Luftfilter reduziert die Luftmenge, die in den Motor gelangt. Das Motorsteuergerät erkennt dies aber möglicherweise nicht korrekt und spritzt basierend auf den LMM-Werten weiterhin zu viel Kraftstoff ein.

  6. 5%

    Defekter Kühlmitteltemperatursensor

    Meldet der Sensor fälschlicherweise eine zu niedrige Motortemperatur, fettet das Steuergerät das Gemisch an, ähnlich einem Kaltstart.

Schritt-für-Schritt-Lösung

  1. 1

    OBD-II-Scan und Freeze Frame Daten analysieren

    Schließen Sie einen OBD-II-Scanner an und lesen Sie nicht nur den Code aus, sondern prüfen Sie auch die Freeze Frame Daten. Diese zeigen die Motorparameter zum Zeitpunkt des Auftretens des Fehlers an und können wertvolle Hinweise auf die Ursache geben. Überprüfen Sie insbesondere die Werte für Short Term Fuel Trim (STFT) und Long Term Fuel Trim (LTFT) auf Bank 1; diese sollten stark negativ sein (-10% bis -25% oder mehr).

  2. 2

    Sichtprüfung von Luftfilter und Schläuchen

    Überprüfen Sie den Luftfilter auf Verschmutzung und tauschen Sie ihn bei Bedarf aus. Kontrollieren Sie alle Unterdruckschläuche und Ansaugschläuche auf Risse, Löcher oder lose Verbindungen, die aber eher zu einem mageren Gemisch führen würden. Ein undichter Schlauch im Kurbelgehäuseentlüftungssystem (PCV) kann jedoch indirekt das Gemisch beeinflussen. Stellen Sie sicher, dass keine offensichtlichen Beschädigungen vorliegen.

  3. 3

    Lambdasonde (Bank 1, Sensor 1) prüfen/wechseln

    Mithilfe des OBD-II-Scanners können Sie die Live-Daten der Lambdasonde (O2-Sensor) vor dem Katalysator auf Bank 1 überwachen. Die Spannung sollte schnell zwischen ca. 0,1 V (mager) und 0,9 V (fett) wechseln. Wenn die Sonde dauerhaft hohe Werte anzeigt (z.B. >0,8 V) und träge reagiert oder ein plausibles Signal fehlt, könnte sie defekt sein. Ein Austausch ist dann oft die Lösung.

  4. 4

    Luftmassenmesser (LMM) überprüfen und reinigen

    Trennen Sie den Stecker des LMM bei laufendem Motor – falls sich der Motorlauf verbessert, ist der LMM wahrscheinlich defekt oder verschmutzt. Versuchen Sie, den LMM mit speziellem LMM-Reiniger zu säubern. Achtung: Nicht mit Bremsenreiniger oder ähnlichem! Falls die Reinigung keine Besserung bringt, muss der LMM eventuell ausgetauscht werden. Überwachen Sie auch die LMM-Werte in den Live-Daten des Scanners; diese sollten sich plausibel mit der Motordrehzahl ändern.

  5. 5

    Kraftstoffdruck prüfen

    Schließen Sie ein Kraftstoffdruckmessgerät an die Kraftstoffleitung an und vergleichen Sie den gemessenen Druck mit den Herstellervorgaben (meist im Bereich von 3-4 bar). Ein zu hoher Druck deutet auf einen defekten Kraftstoffdruckregler hin, der dann ausgetauscht werden sollte.

  6. 6

    Einspritzdüsen auf Dichtheit prüfen

    Dies erfordert oft spezialisiertes Werkzeug und ist eine komplexere Prüfung. Sichtprüfungen auf feuchte Stellen um die Einspritzdüsen oder Geruch nach Benzin können erste Hinweise geben. Eine professionelle Diagnose in einer Werkstatt kann die Dichtheit und das Sprühbild der Einspritzdüsen testen.

Wann zur Werkstatt / zum Techniker?

Wenn Sie trotz der oben genannten Schritte die Ursache nicht finden oder beheben können, oder wenn spezielle Diagnosetools (z.B. für die Einspritzdüsenprüfung) fehlen, sollten Sie eine Fachwerkstatt aufsuchen. Ein zu fettes Gemisch kann langfristig zu Schäden am Katalysator führen, deren Reparatur sehr kostspielig ist.

Betroffene Modelle

ModellBaujahreHäufigkeit
Nissan Qashqai2007-2020gelegentlich
Nissan Juke2010-2020gelegentlich
Nissan X-Trail2000-2020gelegentlich
Nissan Micra2002-2020selten
Nissan Note2006-2020selten

Ersatzteile & Kosten

TeilPreisspanneHinweis
Lambdasonde (Bank 1, Sensor 1)70–200 €Originalteile oder hochwertige Marken wie Bosch/Denso
Luftmassenmesser (LMM)80–350 €Originalteil oder Erstausrüsterqualität empfohlen
Luftfilter15–40 €Regelmäßiger Wechsel
Kraftstoffdruckregler50–180 €Je nach Modell und Motor
Einspritzdüse60–250 €Nur bei Defekt einer oder mehrerer Düsen
Kühlmitteltemperatursensor20–70 €Originalteil oder Markenhersteller

Benötigtes Werkzeug

  • OBD-II-Scanner
  • Steckschlüsselsatz
  • Drehmomentschlüssel
  • LMM-Reiniger (speziell)
  • Multimeter (optional, für Sensorprüfung)
  • Kraftstoffdruckprüfgerät (optional)

So vermeiden Sie P0172 künftig

  • Regelmäßiger Wechsel des Luftfilters gemäß Herstellervorgaben (meist alle 30.000 - 60.000 km oder 2-4 Jahre).
  • Verwenden Sie hochwertigen Kraftstoff, um Ablagerungen an den Einspritzdüsen zu minimieren.
  • Führen Sie regelmäßige Motorwartungen durch, einschließlich der Überprüfung von Zündkerzen und Sensoren.
  • Beachten Sie die Intervalle für den Austausch der Lambdasonde (oft nach 100.000 - 160.000 km, je nach Fahrzeug).

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Häufige Fragen zu P0172

Kann ich mit dem Fehlercode P0172 noch fahren?

Kurzstrecken sind oft noch möglich, aber es wird dringend empfohlen, den Fehler zeitnah beheben zu lassen. Ein dauerhaft zu fettes Gemisch kann den Katalysator beschädigen, was zu hohen Folgekosten führt, und auch den Kraftstoffverbrauch stark erhöhen.

Was ist der Unterschied zwischen P0171 und P0172?

P0171 ("System Too Lean") bedeutet, dass das Gemisch zu mager ist (zu wenig Kraftstoff im Verhältnis zur Luft), während P0172 ("System Too Rich") das Gegenteil bedeutet: Das Gemisch ist zu fett (zu viel Kraftstoff). Beide Codes betreffen Bank 1, also die Zylinderreihe mit Zylinder 1.

Warum ist ein zu fettes Gemisch schädlich für den Motor?

Ein zu fettes Gemisch kann zu einem Leistungsverlust, erhöhtem Kraftstoffverbrauch und erhöhten Emissionen führen. Langfristig können sich Rußablagerungen an Zündkerzen und Brennräumen bilden. Die größte Gefahr besteht jedoch in der Beschädigung des Katalysators durch unverbrannten Kraftstoff, der im Katalysator nachverbrennt und ihn überhitzt oder schmilzt.