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Ventilspiel

Spaltmaß zwischen Ventilstößel und Nockenwelle bzw. Schlepphebel — kritisch für korrekte Ventilöffnungszeiten.

Das Ventilspiel ist der definierte Spalt zwischen Nockenwelle (oder Schlepphebel) und Ventilstößel im geschlossenen Zustand des Ventils. Es sorgt dafür, dass Ventile bei Wärmedehnung des Motors sicher schließen und sich nicht selbst aufdrücken.

Werte: Einlassventile typisch 0,15-0,30 mm, Auslassventile 0,25-0,40 mm (Auslass größer, weil heißere Wärmedehnung). Diesel oft anders: 0,30-0,50 mm Einlass und Auslass.

Hydrostössel: Moderne Motoren mit hydraulischem Ventilausgleich haben kein wartungspflichtiges Ventilspiel — der Druckölkreislauf gleicht selbsttätig aus. Vorteil: Wartungsfrei. Nachteil: Bei Verschleiß tickt der Hydrostössel beim Kaltstart, weil sich das Öl überm Stillstand aus der Kammer entleert.

Bei Motoren mit mechanischem Spiel-Ausgleich (Diesel klassisch, ältere Benziner): Prüfung alle 30.000-60.000 km laut Wartungsplan. Ablauf: Kalter Motor, Zylinderkopfdeckel ab, Kolben jeweils auf OT bringen (Markierung Schwungrad), Fühlerlehre einschieben, ggf. neue Tassen-/Plättchen-Stärken bestellen, wechseln. DIY 3-5 Stunden, Werkstatt 350-650 €.

Folgen falschen Ventilspiels: Zu groß = lautes Ticken, Leistungsverlust, Verkokung. Zu klein = Ventile schließen nicht, Auslassventile verbrennen (oft Total-Schaden).

Auch bekannt als

  • Ventil-Stösselspiel

Beispiele

  • Mercedes OM602: alle 80.000 km Ventilspiel-Kontrolle empfohlen, Einstellung über Plättchen (Tausch der Tassen-Plättchen).
  • VW 1.9 TDI PD-System: Ventilspiel-Einstellung über Schraube + Kontermutter, alle 60.000 km.

Verwandte Begriffe